Windkraft vor Ort verkaufen

Dieses Video erklärt am Beispiel der Gemeinde Lichtenau in Westfalen, wie der Direktvertrieb von Strom funktioniert. Der Bürgerwindpark erwirtschaftet seine Einnahmen nicht einfach nur über die Einpeisevergütung, sondern vermarktet den Strom an die Haushalte der Gemeinde. Das ist dann Strom von den Bürgern, für die Bürger.

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Video: © Agentur für Erneuerbare Energien

Gebietskulisse Windkraft für Öffentlichkeit freigeschaltet

Die im Februar 2012 vergestellte Gebietskulisse Windkraft, ist jetzt auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Rahmen einer Vorprüfung wurden Standorte ermittelt, die für die Nutzung von Windenergie geeignet sind. Dort erreicht die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in 140m Höhe mindestens 4,5 m/s und es liegen keine naturschutz- und immissionsschutzrechtlichen Bedenken vor. Im Energie-Atlas Bayern können die Ergebnisse der Vorprüfung als Ebene eingeblendet werden.

Nachtrag: Eine Bewertung der potenziellen Standorte in Schwabmünchen, gibt es auf singold-bote.de.

Staatsregierung vereinfacht die Genehmigung von Windrädern

Mit dem gestern beschlossenen Windkraft-Erlass sollen in Bayern Windräder zukünftig einfacher und schneller errichtet werden. Bisher dauert das Genehmigungsverfahren im Schnitt zehn Monate, dieser Zeitraum soll auf drei Monate reduziert werden.
Anlangen, die mindestens 1000m Abstand von Wohnbebauung haben, benötigen zukünftig kein Lärmgutachten mehr. Bisher aus Naturschutzgründen gesperrte Flächen, sollen neu bewertet werden, um den Anteil der Verbotszonen auf von bisher 37% auf 10% zu reduzieren.

Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung:

Ministerrat beschließt Hinweise für Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen / Umweltstaatssekretärin Huml: „Ausbau der Windenergie zentraler Baustein der Energiewende” / Wirtschaftsminister Zeil: „Intensive Nutzung der Windkraft beschleunigt Umstieg auf erneuerbare Energien erheblich.“

Bayern setzt mit einer eigenen Windstrategie ein deutliches Zeichen für den Ausbau der Windenergie im Freistaat. Umweltstaatssekretärin Melanie Huml und Wirtschaftsminister Martin Zeil bewerteten in der heutigen Kabinettssitzung die Windenergie als zentralen Baustein der Energiewende: „Mit den heute von der Staatsregierung beschlossenen Hinweisen zur Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen geben wir den Kommunen klare Hilfestellung für weitere Schritte beim Ausbau der Windenergie an die Hand. Unser Ziel ist es, den Anteil der Windenergie bis 2021 auf bis zu 10 Prozent zu steigern. Der heute beschlossene Windkraft-Erlass ist ein Meilenstein beim Umstieg Bayerns auf erneuerbare Energien und damit Teil der Zukunftsstrategie der Staatsregierung ‚Aufbruch Bayern‘ (www.aufbruch.bayern.de). Bayern ist aktiv unterwegs in ein neues Energiezeitalter, dabei wollen wir den Freistaat zum Vorzeigeland für sichere, saubere und bezahlbare Energie machen.“

Fünf beteiligte Ministerien haben nach der Anhörung von rund 40 verschiedenen Verbänden Richtlinien für Kommunen und Genehmigungsbehörden erarbeitet. “Die neuen Regelungen ermöglichen jetzt transparentere, schnellere und unbürokratischere Genehmigungsverfahren“, sagte Huml. „Die Anlagen sollen nun in drei statt wie bisher in zehn Monaten bewilligt werden.“ Um Anreiz für einen möglichst großen Abstand zur Wohnbebauung zu setzen, ist bei einem Abstand von 1000 Metern kein Lärmgutachten mehr nötig. Auch beim Naturschutz wird das Verfahren vereinfacht. Durch eine naturschutzfachliche Neubewertung wird mehr Fläche für Windkraftanlagen bereitgestellt: Auch Landschaftsschutzgebiete und Naturpark-Schutzzonen können jetzt nach Auffassung der Staatsregierung in geeigneten Bereichen genutzt werden. Bisher waren 37 Prozent der bayerischen Landesfläche aus naturschutzfachlicher Sicht tabu, jetzt sind es nur noch 10 Prozent.

Wirtschaftsminister Zeil zeigte sich über das Inkrafttreten des gemeinsam erarbeiteten Windkraft-Erlasses hoch erfreut: „Wir wollen die Stromerzeugung aus Windenergie von knapp einer auf fünf bis neun Milliarden Kilowattstunden pro Jahr innerhalb der kommenden zehn Jahre erhöhen und damit künftig sechs bis zehn Prozent des Stromverbrauchs decken. Hierfür müssen in Bayern 1.000 bis 1.500 zusätzliche Windenergieanlagen errichtet werden. Mit dem Windenergie-Erlass haben wir den Ausbau der Windenergie-Nutzung nun wesentlich erleichtert. Zudem rücken wir dem ehrgeizigen energiepolitischen Ziel ein deutliches Stück näher, den Anteil der erneuerbaren Energien am bayerischen Stromverbrauch innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 50 Prozent zu steigern.“

Windkraft boomt in Nordbayern

Am Donnerstag beschäftigte sich der Bayerischen Rundfunk in der Sendung quer mit dem Thema Windkraft. Dabei wird ein Nord-Süd-Gefälle diagnostiziert, die Energiewende findet demnach vor allem in Nordbayern statt. Als Haupthindernis für den Ausbau der Windkraft im Süden, wird der Widerstand der Bürger gesehen und exemplarisch ein Fall aus dem Landkreis Dachau genannt.

Zweifellos ist so, dass Windkraftwerke auf Gegenwind stoßen, deswegen ist es wichtig, dass vor der Entscheidung für den Bau eines Windrads auch Abwägungen getroffen werden. Die Losung kann nicht Windkraft um jeden Preis lauten.
Ein aktuell entscheidendes Hindernis, das den Landkreis Augsburg betrifft, wird in dem Beitrag aber nicht genannt. Z.Z. verhindert der Regionalplan den Bau von Windrädern, weil es an Vorrangflächen mangelt und so sog. weißen Flecken erst noch geprüft werden müssen. Den allergrößten Teil der Landkreises machen die Ausschlussflächen aus, in denen Windräder tabu sind. Momentan nach geeigneten Standorten zu suchen, gleicht da einer Suche im Heuhaufen.

Windräder auf Strommasten

Ohne Windkraft wird es schwer werden die notwendige Energie zu liefern, um Strom aus Kohle- und Atomkraft vollständig zu ersetzen. Doch gerade der Bau von Windrädern ist noch sehr umstritten. Neben ungünstigen baurechtlichen Rahmenbedingungen gibt es häufig auch Bedenken hinsichtlich des Landschaftsbildes. Einen möglichen Ausweg zeigt der Architekt Wolfgang Frey mit seinem Initiative “Free Energy“. Sie baut die Windräder dort auf, wo bereits hohe Bauwerke existieren, die hohe Windgeschwindigkeiten versprechen. In Freiburg ist dazu heute ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Windräder an Strommasten befestigt werden: Bericht von TV Südbaden

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand. Die vergleichsweise kleinen Anlagen können schon bei geringen Windgeschwindigkeiten Strom liefern. Außerdem entfällt ein Gutteil der Baukosten, weil die Strommasten schon existieren. Damit wäre das Konzept möglicherweise auch auf das Lechfeld übertragbar, wo die Nähe zu den Flugplätzen Lechfeld und Penzing, große Windkraftanlagen so gut wie unmöglich sind.