Gestern hatten wir die Gelegenheit, das Konzept der virtuellen Kraftwerks Lechfeld beim Stadtverband Augsburg von Bündnis 90/Die Grünen vorzustellen. Initiiert und organisiert wurde die Infoveranstaltung von Susanne Thoma, bei der wir uns herzlich für die Einladung bedanken, ebenso wie allen, die gekommen waren.
Die Resonanz zeigt einmal mehr, dass das Thema Energiewende in der Bevölkerung schon lange angekommen ist und grundsätzlich positiv gesehen wird. Unwägbarkeiten gibt es noch auf dem Weg dahin, aber auch die sind technisch lösbar. Die Frage ist dabei vor allem, wie schnell und ggf. auch mutig sich die Entscheider in Politik und Wirtschaft zeigen, den Kurs konsequent in Richtung dezentraler Stromerzeugung und -verteilung zu setzen.
Ergänzend zur gestrigen Veranstaltung, hier noch ein paar Links zu Themen, die im Vortrag und der Diskussion angesprochen wurden.
Auf dieser Wiki-Seite haben wir das Konzept des virtuellen Kraftwerks ausgearbeitet. Dort finde sich auch viele Verweise auf Hintergrundinformationen zum Thema. Ebenfalls in dem Wiki zu finden, ist der Vorschlag, das virtuelle Kraftwerk Lechfeld als Leitprojekt in das regionale Klimaschutzkonzept der Wirtschaftsregion Augsburg A3 aufzunehmen.
Informationen zum A3 Klimaschutzkonzept sind auf der Webseite der Wirtschaftsregion A3 zu finden.
Aus dem WDR-Beitrag Blackout Deutschland stammt der Ausschnitt, mit dem der Einstieg ins Thema Stromnetze erfolgt. Das Video ist in voller Länge auch auf youtube verfügbar.
buzzn bietet eine Plattform, die Strom von Kleinkraftwerken (bis 100kW) in einem Pool bündelt. Damit haben auch die Produzenten von Strommengen, die sonst nicht handelbar sind, die Möglichkeit am Energiemarkt teilzunehmen. Stromverbraucher können ebenfalls Kunden von buzzn werden, die damit die dezentrale Stromproduktion aktiv unterstützen, weil das Geld ohne große Umwege bei den Produzenten landen. Damit wird das Modell der Direktvermarktung, wie es z.B. aus der (ökologischen) Landwirtschaft bekannt ist, auf den Strommarkt übertragen.
Zum Thema Smart-Meter sei an der Stelle auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel verweisen. Die beiden angesprochen Open-Source-Projekte zum Selbstbau von Stromzählern und der Auswertung des Stromverbauchs sind Flukso und volkszaehler.org.
Zu Smart Grids und Smart Meter gab es im September 2011 eine Talkrunde bei DRadio Wissen, dabei wurde auch der Datenschutz thematisiert. Der Beitrag kann als MP3 heruntergeladen werden.
mySmartGrid ist ein Projekt des Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik, bei der Stromverbrauch von Haushalten aufgezeichnet wird. Aus den Daten soll dann das Potenzial für den Verbrach ermittelt werden, der sich so verschieben lässt, dass er in Produktionsspitzen der erneuerbaren Energieträger fällt. Die dabei verwendete Hard- und Software basiert auf dem bereits oben erwähnten Flukso.
Über Sicherheitslücken bei intelligenten Stromzählern fand auf dem letzten Chaos Communication Congress der Vortrag Smart Hacking for Privacy statt, der als Video bei youtube verfügbar ist.
Neben dem was die Referenten vorgetragen haben, ist besonders interessant, wie der CEO von discovergy, der im Publikum anwesend war, auf die entdeckten Lücken reagiert. Die Offenheit, mit der er darauf reagiert, ist ein Beleg dafür, dass die Fehler wirklich ernst genommen werden. Zudem stellt er die Hintergründe dar, wie es zu den Lücken kommen konnte und schafft damit Einblicke in die Technik der Smart-Meter.
Um das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, gibt es in der Region spannende Initiativen:
- Energiepfad im Botanischen Garten
- Königsbrunner Stromfresserjagd
- Schulprojekt Energie-Experten
- Kinderuni Energie – Windkraft
- Fragen an die Natur: Wie erzeugt man aus Wind Strom und wie treibt Dampf mein Schiff an?
- Energiepfad der Bürgerstiftung Augsburg Land
Zum Abschluss des Nachtrags und als Einstimmung auf die hoffentlich bald zahlreich in der Region vorhandenen Windräder, ein Blick auf deren schöne Seiten.
Fragen und Ergänzungen gerne per Mail (siehe Impressum) oder einfach gleich als Kommentar zu dem Blogbeitrag.
Grafik: Peter Lehmacher, lizensiert unter Creative Commons CC-by-sa
Bei einer Versammlung des