Endbericht des regionalen Klimaschutzkonzepts veröffentlicht

Im Mai 2011 startete das Klimaschutzkonzept im Wirtschaftsraum Augsburg mit einer Auftaktveranstaltung an der Hochschule Augsburg. Es folgten zwei Klimaschutzkonferenzen und zahlreiche Sondierungsgespräche, in denen auch das “Virtuelle Kraftwerk Lechfeld” (VKWL) thematisiert wurde. Im jetzt veröffentlichten Endbericht ist das VKWL eines der Leitprojekte im Themenfeld “Dezentrale Energieversorgung: Solar, Biomasse und Geothermie”.

Den Endbericht zum regionalen Klimaschutzkonzept kann in einer Kurzfassung (PDF) und als Vollversion (PDF) heruntergeladen werden.

Nach dem Vortrag ist vor dem Nachtrag

Gestern hatten wir die Gelegenheit, das Konzept der virtuellen Kraftwerks Lechfeld beim Stadtverband Augsburg von Bündnis 90/Die Grünen vorzustellen. Initiiert und organisiert wurde die Infoveranstaltung von Susanne Thoma, bei der wir uns herzlich für die Einladung bedanken, ebenso wie allen, die gekommen waren.
Die Resonanz zeigt einmal mehr, dass das Thema Energiewende in der Bevölkerung schon lange angekommen ist und grundsätzlich positiv gesehen wird. Unwägbarkeiten gibt es noch auf dem Weg dahin, aber auch die sind technisch lösbar. Die Frage ist dabei vor allem, wie schnell und ggf. auch mutig sich die Entscheider in Politik und Wirtschaft zeigen, den Kurs konsequent in Richtung dezentraler Stromerzeugung und -verteilung zu setzen.

Ergänzend zur gestrigen Veranstaltung, hier noch ein paar Links zu Themen, die im Vortrag und der Diskussion angesprochen wurden.

Auf dieser Wiki-Seite haben wir das Konzept des virtuellen Kraftwerks ausgearbeitet. Dort finde sich auch viele Verweise auf Hintergrundinformationen zum Thema. Ebenfalls in dem Wiki zu finden, ist der Vorschlag, das virtuelle Kraftwerk Lechfeld als Leitprojekt in das regionale Klimaschutzkonzept der Wirtschaftsregion Augsburg A3 aufzunehmen.
Informationen zum A3 Klimaschutzkonzept sind auf der Webseite der Wirtschaftsregion A3 zu finden.

Aus dem WDR-Beitrag Blackout Deutschland stammt der Ausschnitt, mit dem der Einstieg ins Thema Stromnetze erfolgt. Das Video ist in voller Länge auch auf youtube verfügbar.

buzzn bietet eine Plattform, die Strom von Kleinkraftwerken (bis 100kW) in einem Pool bündelt. Damit haben auch die Produzenten von Strommengen, die sonst nicht handelbar sind, die Möglichkeit am Energiemarkt teilzunehmen. Stromverbraucher können ebenfalls Kunden von buzzn werden, die damit die dezentrale Stromproduktion aktiv unterstützen, weil das Geld ohne große Umwege bei den Produzenten landen. Damit wird das Modell der Direktvermarktung, wie es z.B. aus der (ökologischen) Landwirtschaft bekannt ist, auf den Strommarkt übertragen.

Zum Thema Smart-Meter sei an der Stelle auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel verweisen. Die beiden angesprochen Open-Source-Projekte zum Selbstbau von Stromzählern und der Auswertung des Stromverbauchs sind Flukso und volkszaehler.org.

Zu Smart Grids und Smart Meter gab es im September 2011 eine Talkrunde bei DRadio Wissen, dabei wurde auch der Datenschutz thematisiert. Der Beitrag kann als MP3 heruntergeladen werden.

mySmartGrid ist ein Projekt des Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik, bei der Stromverbrauch von Haushalten aufgezeichnet wird. Aus den Daten soll dann das Potenzial für den Verbrach ermittelt werden, der sich so verschieben lässt, dass er in Produktionsspitzen der erneuerbaren Energieträger fällt. Die dabei verwendete Hard- und Software basiert auf dem bereits oben erwähnten Flukso.

Über Sicherheitslücken bei intelligenten Stromzählern fand auf dem letzten Chaos Communication Congress der Vortrag Smart Hacking for Privacy statt, der als Video bei youtube verfügbar ist.
Neben dem was die Referenten vorgetragen haben, ist besonders interessant, wie der CEO von discovergy, der im Publikum anwesend war, auf die entdeckten Lücken reagiert. Die Offenheit, mit der er darauf reagiert, ist ein Beleg dafür, dass die Fehler wirklich ernst genommen werden. Zudem stellt er die Hintergründe dar, wie es zu den Lücken kommen konnte und schafft damit Einblicke in die Technik der Smart-Meter.

Um das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, gibt es in der Region spannende Initiativen:

Zum Abschluss des Nachtrags und als Einstimmung auf die hoffentlich bald zahlreich in der Region vorhandenen Windräder, ein Blick auf deren schöne Seiten.

Fragen und Ergänzungen gerne per Mail (siehe Impressum) oder einfach gleich als Kommentar zu dem Blogbeitrag.

Grafik: Peter Lehmacher, lizensiert unter Creative Commons CC-by-sa

Positive Resonanz bei den Lechfeld-Grünen

Bei einer Versammlung des Grünen-Ortsverbands Lechfeld im September hat Dr. Stephan Krohns das Virtuelle Kraftwerks Lechfeld vorgestellt. Das Zukunftskonzept mit dem die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien auf dem Lechfeld sichergestellt und so die Energiewende aktiv gestaltet werden kann, wurde positiv aufgenommen. Die Pressemitteilung, die der OV zu dem Thema herausgegeben hatte, erschien in der gedruckten und der Online-Ausgabe der Schwabmünchner Allgemeinen.

2. Klimaschutzkonferenz für den Wirtschaftsraum Augsburg

Im Juni fand die erste Klimaschutzkonferenz für den Wirtschaftsraum Augsburg statt. Im Nachgang zu dieser Konferenz fanden mehrere Expertenrunden statt, in denen Leitprojekte für ein regionales Klimaschutzkonzept diskutiert wurden. Zu den im Themenfeld “Solarenergie und Biomasse” behandelten Ideen (PDF), gehörte auch das virtuelle Kraftwerk Lechfeld.

Nach der positiven Resonanz in den Expertenrunden hatten wir, bei der gestern stattgefundenen 2. Klimaschutzkonferenz die Möglichkeit das Konzept einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Reaktionen waren dabei durchweg positiv und es gab eine Reihe von Vorschlägen, wie die Vision weiterentwickelt werden kann.

Im Rahmen des regionales Klimaschutzkonzepts soll jetzt erörtert werden, wie die Leitprojekte weiterentwickelt werden können. Dazu sollen Kontakte zu potentiellen Partner aus Wirtschaft, Forschung und Politik hergestellt werden.

Bilder von der 2. Klimaschutzkonferenz:

Am Anfang …

Mit diesem Blog soll die Vision Virtuelles Kraftwerk Lechfeld begleitet und dokumentiert werden. Die Initiative dazu stammt von Dr. Stephan Krohns und wird seit Juni 2011 zusammen mit Michael Wenzl weiter ausgearbeitet. Erste Ergebnisse dazu wurden in einer Wiki-Seite zusammengefasst.

Grob umrissen ist ein virtuelles Kraftwerk der Zusammenschluss mehrerer dezentraler Kraftwerke zu einem Verbund, bei dem sich die unterschiedlichen Produktionsarten ergänzen, um kontinuierlich Strom zu liefern. Damit soll die Fluktuation, die gerade bei erneuerbaren Energiequellen besteht, kompensiert werden. Um nach diesem Modell die Stromversorgung zu garantieren, gibt es drei zentrale Themenkomplexe:

  • Ausbau der erneuerbaren Energien
  • Stromspeicherung
  • Intelligente Stromnetze (Smart Grid, Smart Meter)

Die geographische Zuordnung zum Lechfeld ergibt sich dabei aus zwei Gründen: Zum einen leben die Initiatoren im südlichen Landkreis Augsburg. Zum anderen ist der aktuelle Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region sehr unterschiedlich. Einzelne Gemeinden tun sich noch schwer, sich (rechnerisch) energieautark zu versorgen, während andere Orte bereits mehr EE-Strom produzieren, als dort (rechnerisch) verbraucht wird. Daher erscheint es sinnvoll das Konzept gemeindeübergreifend zu betrachten und so die jeweiligen Stärken innerhalb der Region zu nutzen.

Das Virtuelle Kraftwerk Lechfeld ist im Moment noch ein Gedankenmodell. Das Ziel ist aber, es auch konkret umzusetzen. Wer dazu beitragen möchte, ist herzlich eingeladen und kann sich via Kommentar melden oder per Mail Kontakt aufnehmen.

Grafik: Peter Lehmacher, lizensiert unter Creative Commons CC-by-sa