Audi steigt mit SolarFuel in die Produktion von “e-gas” ein

Fahrzeuge mit Erdgasantrieb gehören heute schon ganz selbstverständlich zum Straßenbild. Im Gegensatz zu Autos mit Elektroantrieb unterscheiden sie sich nur wenig von den konventionellen Fahrzeugen. Es ist daher als realistische anzusehen, dass Erdgas bald eine noch entscheidendere Rolle bei den Antriebskonzepten übernimmt, da es hinsichtlich der Umweltauswirkungen Vorteile gegenüber Benzin und Diesel hat. Zwei Nachteile haben die Treibstoffe aber gemein: sie sind endlich und müssen importiert werden.
Mit der Methanisierung von Wasserstoff bietet sich hier eine Alternative. Denn das dabei gewonnen Gas kann nicht nur als Energiepuffer für die Stromproduktion genutzt werden, sondern auch von Erdgasfahrzeugen getankt werden. Der Anlagenbauer SolarFuel GmbH, der bereits an einer Pilotanlage zur Methanisierung bei Stuttgart beteiligt ist, hat jetzt einen Vertrag mit dem Autohersteller Audi unterzeichnet, der den Bau einer Produktionsanlage für “e-gas” vorsieht. Am Audi-Standort Werlte soll die Großanlage 1,4 Millionen Kubikmeter Methan in Erdgas-Normqualität pro Jahr produzieren. Nimmt den 2013 erscheinende Audi A3 TCNG als Grundlage, reicht diese Gasmenge für eine Flotte von 1.500 Fahrzeugen, mit jeweils 15.000 km Fahrleistung, aus.

Pressemitteilung der SolarFuel GmbH:

SolarFuel errichtet bis 2013 für Audi Pilotanlage zur Produktion von „e-gas“

Erneuerbares Methan aus Wind und Sonne in den Tank: Stuttgarter Anlagenbauer und Ingolstädter Autokonzern haben im Oktober 2011 Vertrag über Planung, Lieferung, Errichtung und Inbetriebnahme einer e-gas-Anlage unterzeichnet. Die Weiterentwicklung der neuen Technik nützt nicht nur der nachhaltigen Mobilität.

Autos können künftig mit Gas völlig klimaneutral über die Straßen rollen. Eine neue Technologie der SolarFuel GmbH wandelt zu diesem Zweck Ökostromüberschüsse in erneuerbares Methan um. Jetzt wird die Herstellung des nachhaltigen Kraftstoffs weltweit zum ersten Mal auch großtechnisch eingesetzt:
Am 28. Oktober 2011 hat die AUDI AG das Stuttgarter Unternehmen mit dem Bau einer schlüsselfertigen Pilotanlage im industriellen Maßstab beauftragt. Die Eingangsleistung beträgt rund sechs Megawatt. Das Auftragsvolumen liegt im zweistelligen Euro-Millionenbereich. Mit der Großanlage wird ein wichtiger Schritt zur Kommerzialisierung der neuen Technik gemacht. Bis Mai 2013 soll die Planung, Lieferung, Errichtung und Inbetriebnahme am Standort
Werlte abgeschlossen sein. Die Anlage soll 1,4 Millionen Kubikmeter „e-gas“ in Erdgas-Normqualität pro Jahr produzieren. Damit legen die Projektpartner einen wichtigen Grundstein zum Ausbau erneuerbarer Energie und zur klimafreundlichen Mobilität.

„Der erfolgreiche Vertragsabschluss mit Audi macht den Weg frei für weitere Fortschritte bei der Industrialisierung unserer Technik“, sagt Dr. Karl Maria Grünauer, Finanzchef und Kundenverantwortlicher für den Autokonzern bei SolarFuel.

Die Grundlagen des Verfahrens stammen vom Forschungsinstitut ZSW und dem Fraunhofer IWES. Mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) entwickeln die Institute und SolarFuel die noch junge Technik weiter: Seit dem Sommer 2011 ist eine Versuchanlage mit 250 Kilowatt Eingangsleistung am ZSW in Stuttgart im Bau.
Mitte 2012 soll die Fertigstellung sein. Die hier gesammelten Erkenntnisse fließen auch in die noch deutlich größere Audi-Anlage am Standort Werlte des Energieversorgers EWE AG ein.

Passend zur Inbetriebnahme der e-gas-Anlage in Werlte bringt Audi 2013 den A3 TCNG auf den Markt, der auch auf Langstrecken klimaneutral fahren kann. Als Kraftstoff tankt das Auto erneuerbares Methan, das bei Audi „e-gas“ heißt. In Werlte entstehen pro Tag durchschnittlich 3.900 Kubikmeter e-gas. Diese Menge reicht für eine Flotte von 1.500 A3 TCNG mit einer Jahresfahrleistung von je 15.000 Kilometern. Audi ist der weltweit erste Hersteller, der diese
Technologie zur klimafreundlichen Mobilität nutzt.

Seit der Vorstellung einer Demonstrationsanlage mit 25 Kilowatt Leistung im Jahr 2009 entwickeln die Forschungsinstitute und SolarFuel die Technologie mit großen Fortschritten weiter. Dem aus Ökostrom gewonnenen Methan steht das gesamte deutsche Erdgasnetz mit großen Speicherkapazitäten zur Verfügung. Das Gas kann aus diesem Grund nicht nur die Klimabilanz von
Erdgasautos verbessern. Effiziente Gaskraftwerke mit KWK-Technik und dezentrale Blockheizkraftwerke können das erneuerbare Methan rückverstromen und so gesicherte Leistung bereithalten, Industriebetriebe sind in der Lage, mit der Technik Prozesswärme zu erzeugen. Sie alle werden von den Fortschritten bei der 6-Megawatt-Anlage profitieren und dazu beitragen, das Problem der Speicherung überschüssigen Wind- oder Solarstroms zu lösen.