2. Klimaschutzkonferenz für den Wirtschaftsraum Augsburg

Im Juni fand die erste Klimaschutzkonferenz für den Wirtschaftsraum Augsburg statt. Im Nachgang zu dieser Konferenz fanden mehrere Expertenrunden statt, in denen Leitprojekte für ein regionales Klimaschutzkonzept diskutiert wurden. Zu den im Themenfeld “Solarenergie und Biomasse” behandelten Ideen (PDF), gehörte auch das virtuelle Kraftwerk Lechfeld.

Nach der positiven Resonanz in den Expertenrunden hatten wir, bei der gestern stattgefundenen 2. Klimaschutzkonferenz die Möglichkeit das Konzept einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Reaktionen waren dabei durchweg positiv und es gab eine Reihe von Vorschlägen, wie die Vision weiterentwickelt werden kann.

Im Rahmen des regionales Klimaschutzkonzepts soll jetzt erörtert werden, wie die Leitprojekte weiterentwickelt werden können. Dazu sollen Kontakte zu potentiellen Partner aus Wirtschaft, Forschung und Politik hergestellt werden.

Bilder von der 2. Klimaschutzkonferenz:

Siemens will keine Kernkraftwerke mehr bauen

Den gesellschaftlichen Konsens, dass eine zukunftsfähige Energieversorgung nur ohne Kernenergie möglich ist, hat Siemens-Konzernchef Peter Löscher in einem Interview mit dem Spiegel bestätigt. Der Konzern wird sich daher aus dem Bau ganzer Atomkraftwerke zurückziehen. Teile, die auch für andere Kraftwerkstypen ebenfalls verwendbar sind, werden aber nach wie vor produziert und in Kernkraftwerken verbaut.
In dem Artikel wird Löscher auch dahingehend zitiert, dass er die Energiewende als Jahrhundertprojekt einstuft und das Vorhaben den Ökostromanteil bis 2020 auf 35% zu erhöhen, für realistisch hält.

Windkraft boomt in Nordbayern

Am Donnerstag beschäftigte sich der Bayerischen Rundfunk in der Sendung quer mit dem Thema Windkraft. Dabei wird ein Nord-Süd-Gefälle diagnostiziert, die Energiewende findet demnach vor allem in Nordbayern statt. Als Haupthindernis für den Ausbau der Windkraft im Süden, wird der Widerstand der Bürger gesehen und exemplarisch ein Fall aus dem Landkreis Dachau genannt.

Zweifellos ist so, dass Windkraftwerke auf Gegenwind stoßen, deswegen ist es wichtig, dass vor der Entscheidung für den Bau eines Windrads auch Abwägungen getroffen werden. Die Losung kann nicht Windkraft um jeden Preis lauten.
Ein aktuell entscheidendes Hindernis, das den Landkreis Augsburg betrifft, wird in dem Beitrag aber nicht genannt. Z.Z. verhindert der Regionalplan den Bau von Windrädern, weil es an Vorrangflächen mangelt und so sog. weißen Flecken erst noch geprüft werden müssen. Den allergrößten Teil der Landkreises machen die Ausschlussflächen aus, in denen Windräder tabu sind. Momentan nach geeigneten Standorten zu suchen, gleicht da einer Suche im Heuhaufen.

Windräder auf Strommasten

Ohne Windkraft wird es schwer werden die notwendige Energie zu liefern, um Strom aus Kohle- und Atomkraft vollständig zu ersetzen. Doch gerade der Bau von Windrädern ist noch sehr umstritten. Neben ungünstigen baurechtlichen Rahmenbedingungen gibt es häufig auch Bedenken hinsichtlich des Landschaftsbildes. Einen möglichen Ausweg zeigt der Architekt Wolfgang Frey mit seinem Initiative “Free Energy“. Sie baut die Windräder dort auf, wo bereits hohe Bauwerke existieren, die hohe Windgeschwindigkeiten versprechen. In Freiburg ist dazu heute ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Windräder an Strommasten befestigt werden: Bericht von TV Südbaden

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand. Die vergleichsweise kleinen Anlagen können schon bei geringen Windgeschwindigkeiten Strom liefern. Außerdem entfällt ein Gutteil der Baukosten, weil die Strommasten schon existieren. Damit wäre das Konzept möglicherweise auch auf das Lechfeld übertragbar, wo die Nähe zu den Flugplätzen Lechfeld und Penzing, große Windkraftanlagen so gut wie unmöglich sind.

Kommunal Erneuerbar

Ein Video der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt am Beispiel der drei Gemeinden FreiamtOstritz und Trendelburg wie Kommunen vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren können.

Das Portal www.kommunal-erneuerbar.de unterstützt kommunale Entscheidungsträgern und engagierte Bürgern, den Ausbau Erneuerbarer Energien mit breiter Zustimmung vor Ort voranzutreiben.

Am Anfang …

Mit diesem Blog soll die Vision Virtuelles Kraftwerk Lechfeld begleitet und dokumentiert werden. Die Initiative dazu stammt von Dr. Stephan Krohns und wird seit Juni 2011 zusammen mit Michael Wenzl weiter ausgearbeitet. Erste Ergebnisse dazu wurden in einer Wiki-Seite zusammengefasst.

Grob umrissen ist ein virtuelles Kraftwerk der Zusammenschluss mehrerer dezentraler Kraftwerke zu einem Verbund, bei dem sich die unterschiedlichen Produktionsarten ergänzen, um kontinuierlich Strom zu liefern. Damit soll die Fluktuation, die gerade bei erneuerbaren Energiequellen besteht, kompensiert werden. Um nach diesem Modell die Stromversorgung zu garantieren, gibt es drei zentrale Themenkomplexe:

  • Ausbau der erneuerbaren Energien
  • Stromspeicherung
  • Intelligente Stromnetze (Smart Grid, Smart Meter)

Die geographische Zuordnung zum Lechfeld ergibt sich dabei aus zwei Gründen: Zum einen leben die Initiatoren im südlichen Landkreis Augsburg. Zum anderen ist der aktuelle Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region sehr unterschiedlich. Einzelne Gemeinden tun sich noch schwer, sich (rechnerisch) energieautark zu versorgen, während andere Orte bereits mehr EE-Strom produzieren, als dort (rechnerisch) verbraucht wird. Daher erscheint es sinnvoll das Konzept gemeindeübergreifend zu betrachten und so die jeweiligen Stärken innerhalb der Region zu nutzen.

Das Virtuelle Kraftwerk Lechfeld ist im Moment noch ein Gedankenmodell. Das Ziel ist aber, es auch konkret umzusetzen. Wer dazu beitragen möchte, ist herzlich eingeladen und kann sich via Kommentar melden oder per Mail Kontakt aufnehmen.

Grafik: Peter Lehmacher, lizensiert unter Creative Commons CC-by-sa